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  • Vorträge und Lesungen mit Steven Kuhn.



  • Zur Person

    Steven E. Kuhn wurde am 30.05. 1967 in Pennsylvania, USA geboren. Mit 19 Jahren trat er der U.S. Armee bei und wurde nach Gelnhausen in Deutschland versetzt.

    Mit Beginn des Golf Krieges 1990/91 wurde auch er in den Irak entsen- det. Er war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt und musste an vorderster Front kämpfen. Für seinen Einsatz bekam er den Bronze Star (Tapfer- keits-Medaille).

    Als er 1993 aus der Armee austrat begann er in der Corporate Welt zu arbeiten. Er war in ganz Europa für amerikanische, englische und deut- sche Gesellschaften tätig. Seinen MBA absolvierte er an der Bradford University in Leeds, U.K.

    Seine Erlebnisse wurden 2003 in dem Buch »Soldat im Golf Krieg – vom Kämpfer zum Zweifler« veröf- fentlicht. Über sein Buch, Krieg und aktuelle Themen hat er in zahlrei- chen Sendungen, Talk Shows und Nachrichten erzählen dürfen und sorgte immer für große Aufmerksam- keit durch seine direkten und ge- nauen Antworten.

    Als erfolgreicher Unternehmer und Berater, setzt er seine außerordentliche Men- schenkenntnis in der Firmenberatung ein, hält Lesungen, Seminare und unterrichtet erfolgreich im Bereich »Persönliches Coaching«.

    Steven Kuhn ist als leidenschaftlicher Reformer Mitglied des Management Beirats der Zivile Koalition Deutsch- land, die Zivile Koalition ist ein Bünd- nis von Bürgern, die nicht länger passiv bleiben und überfällige Reformen in der deutschen Politik durchsetzen werden.

    Seit März 2008 kommentiert Steven E. Kuhn in diesem Blog Aktuelles zum Thema »Mensch Sein«.






Dürfen Deutsche Soldaten stolz auf Ihr Vaterland sein?

Wie vielen wissen war ich amerikanischer Soldat und habe 1990/91 im Irak gekämpft.
Als ich hinging waren ich aus Liebe zu meinem Land, der Familie und dem Volk gegenüber, überzeugt davon, dass ich das richtige getan habe.

Ich merkte ziemlich schnell, dass meine Liebe für Machtzwecke ausgenutzt wurde. Die Illusion über meinen Patriotismus und meiner Liebe zu meinem Vaterland war so ein fester Bestandteil von mir und der amerikanischen Gesellschaft das ich, trotz dieser Erkenntnis, stolz war, ein amerikanischer Soldat zu sein.

Nun sind deutschen Soldaten seit längerer Zeit in Krisengebieten eingesetzt, ich kenne viele, die in Afghanistan sind, in Bosnien waren usw. Durchweg haben sie alle Ihren Stolz mir gegenüber offenbart, allerdings nie öffentlich. Es ist bekannt warum das so ist, aber weil es hier um das Mensch geht, bleibe ich der Politik fern.

Es ist vorgeschlagen worden, dass das „Eiserne Kreuz“ verliehen werden soll für tapfere deutsche Soldaten. Ist das der Versuch die Liebe zum Land, auch wenn es eine heimliche Liebe sein muss, der Familie und dem Volk für Machtzwecke auszunutzen?

Die Soldaten sind aber stolz da zu sein und Ihrem Land zu dienen, es ist immerhin ein freiwilliger Einsatz durch den Beruf als Soldat. Manche sagen sie sein da aus Geldgründen, aber wenn sie auf einmal ein „Eisernes Kreuz“ verliehen bekommen, bleibt das der einzige Grund?

Lässt das Deutsche Volk zu das Ihre Soldaten stolz sein dürfen?

P.S. Schaut Euch unter dem Link auf der rechten Seite unter Blogroll: „Video zur Sendung; Shakespeare – Liebe, Macht und Tod“
Der Sendung vom 3SAT wurde am 29.03.2008 Ausgestrahlt. Ihr könnt mich dort als Gast erleben…

P.P.S. Schaut auch einfach unter dem Link auf der rechten Seite unter Blogroll: Film für
Reformer. Das ist auch sehr interessant!





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Kommentare


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13 Kommentare


  1. Andy am 27 März, 2008 11:17
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    Ich glaube, dass die Soldatinnen und Soldaten sehr wohl stolz auf Ihren persönlichen Einsatz sein dürfen. Allerdings glaube ich nicht, dass, so wie Du schreibst, das Deutsche Volk es zulässt, selbst auf seine Soldaten stolz zu sein. Erinnerst Du Dich an die Kommentare zu den Deutschen Flaggen, die während der letzten Fussball WM überall aufgetaucht sind? In keinem anderen Land würde jemand darauf kommen, solche Bemerkungen zu machen.

  2. Christopher am 27 März, 2008 11:27
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    Danke für das Thema!
    Ein interessanter Einstieg in eine hoffentlich gewinnbringende Diskussion.
    Da ich selber 18 Monate – und damit 6 Monate freiwillig zusätzlich bei der Bundeswehr meinen Grundwehrdienst abgeleistet habe, kann ich mich wohl ein bisschen in unsere Soldaten einfühlen.
    Meine Grundwehrdienstzeit habe ich bei der Bundesmarine als Schreibfunker verbracht. Aufgefallen von Anfang an ist mir die skeptische Einstellung von Bürgern den jungen Soldaten gegenüber. Als Grund dafür muss ich sagen ist mir selbst immer wieder das unangenehme Auftreten vieler Soldaten aufgefallen. Sie waren immer laut in den Zügen der Bahn. In Gruppen machten die Jungs immer den Eindruck einer Bande Hooligans auf dem Weg zum nächsten Spiel.
    Leider.

    Die Soldaten selbst sind ein bisschen mit an ihrem Standing schuld. Wiederum an ihrem Verhalten sind die Vorgesetzten beteiligt, die in der Vermittlung der Werte eines Soldaten Fehler gemacht haben. Es gibt Ausbilder, die nehmen ihre Aufgaben sehr ernst und vermitteln die richtigen Werte und Einstellungen an die jungen Leute. Andere interessieren sich nur dafür in einer Machtposition zu sein und andere Schikanieren zu können.

    Die Ursachen für den Stolz und das Ansehen der deutschen Soldaten liegen zum grossen Teil bei der Bundeswehr selbst, zum anderen aber auch bei der Politik und Wirtschaft und natürlich bei der Gesellschaft selbst.

    Ich finde, wir sollten unseren Soldaten einen gewissen Stolz entgegenbringen, denn sie machen freiwillig eine Aufgabe, die unserer gesamten westlichen Welt und dem Frieden auf Erden zu Gute kommt.

    Die Aufgaben in den Krisengebieten sind notwendig und meines Dafürhaltens könnten die Aufgaben der Bundeswehr nach erfolgter Modernisierung ausgeweitet werden. Wir dürfen uns in Deutschland nicht auf unser mehr als 40-jähriges-Nicht-kämpferisches Monopol zurücklehnen. Auch Deutschland muss seinen Teil zum Frieden und dem Kampf gegen den Terror wahrnehmen.

    Die Medien in Deutschland sollten mit ins Boot geholt werden, um das Ansehen der deutschen Soldaten zu Verbessern, auch um den Blick auf die Bundeswehr im Ausland zu uns zu bringen. Denn unsere Truppe ist weltweit zu hohem Ansehen gekommen. Die Bundeswehr muss sich auf diese Werte konzentrieren und diese im Inland sowie im Ausland weiter ausbauen.

    Weiterhin ist die Politik gefordert, die Bundeswehr zu modernisieren, sowohl in der Personalführung, als auch in der technischen und personellen Ausrüstung.

    Dazu kommt, dass ich es sehr gut finden würde, wenn Veranstaltungen zur Verleihung von Orden öffentlicher gemacht würden, so dass auch Bundeswehrangehörige und Bürger die Möglichkeit bekommen hier mitzureden und den Stolz überhaupt zu entwickeln.

    Auch als Zeichen dafür, dass sich Zivilcourage lohnen kann.

    Ich bin für die öffentliche Verleihung von Orden und Ehrenmedaillen.

    Grundsätzlich sollte aber angemessen diskutiert werden, ob und wie diese Verleihungen dargestellt werden. Heldentum halte ich für völlig fehl am Platze. Verherrlichung von militärischer Gewalt ebenso.
    Es geht hier um den Mensch – den Soldat, der sich couragiert und mutig in gefährlichen Einsätzen bewährt hat. Und dafür sind wir ihm unseren Dank und Anerkennung schuldig.

    Darum geht es doch – die Leistungen für Deutschland des einzelnen Soldaten sollen und müssen anerkannt werden.

    –ich werde mich noch weiter dazu äussern, vorerst bin auch auf weitere Reaktionen gespannt.–

    Hochachtungsvoll,
    Christopher

  3. Sven am 28 März, 2008 14:18
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    Hallo Steven,
    ein sehr gelungener Einstieg mit einem sehr heiklen Thema. Ich kann das Bedürfnis, über eine öffentliche Ehrbekundung den Sinn des Tuns gewertschätzt zu bekommen, sehr gut nachvollziehen.
    Ich selbst war nur Wehrdienstleistender – ich bin mit großen Erwartungen, Hoffnungen und ideellen Vorstellung damals zum sog. „Herz der Europa-Armee“, zur D/F-Brigade, gegangen. Es waren einschneidende Erlebnisse. In mehrfacher Hinsicht. Weil ich gemerkt habe, dass der Traum vom geeinten Europa doch noch ein gutes Stück Weges entfernt ist. Dass der Weg wieder über den „Krieg“ als Kern Europas naheliegend erscheint, aber nicht sinnvoll ist. Und dass sog. Auszeichnungen vor allem politischen Charakter haben und weniger Substanz.
    Ich selbst saß selbst in einem Büro, dass Auszeichnungen für Soldaten vorbereitet und vergeben hatte. Und diese sog. Auszeichnungen hatten eher politischen denn substanziellen Charakter.
    Daher bin ich vorsichtig geworden mit den Orden. What for? Bin ich glücklicher, weil ich einen bekommen habe? Entscheidend ist, warum ich etwas getan habe. Egal, ob andere „Hurra“ schreien oder „Buh“ rufen.
    Früher habe ich – wie viele meiner Freunde – Kraft gezogen aus der idealistischen Idee, sich für etwas „Abstraktes“ wie „ein Land“ voll und ganz einzusetzen. Ich wollte ein sinnvolles Leben führen, und den Sinn sollte mir etwas Größeres geben, das außerhalb von mir zu finden war. Aber irgendwann mekrte ich, dass ich dieses „Größere“ nur in mir selbst finden kann. Dass die Bedeutung und die Kraft nur in mir zu finden sind und nicht im Außen. Erst dann ist es egal, ob ich für eine Fahne lebe oder eine Blume oder Farbe. Alles verweist auf eine Idee. Und so lange die nicht in mir lebt, hat sie keine Bedeutung für mich.
    Und wichtiger als ein Orden ist mittlerweile das Zwischenmenschliche geworden. Eine Stunde Starbucks mit dir zum Beispiel, Steven, und eine anschließende SMS: Schön, dass es dich gibt. Das ist der Orden, den ich gerne annehme. Das „Eiserne Kreuz“ ist für mich eine Sache der Vergangenheit. Und noch besser ist es, wenn irgendjemand sagt: „Das, was du damals gesagt oder getan hast, hat mein Leben positiv verändert. Denn ich habe ein Stückchen mich selbst verstanden.“

    That’s it. Aber das ist kein Kreuz, und nicht eisern. Und du kannst es nicht an die Brust hängen. Nur in der Brust tragen.

    Ein schönes Wochenende!

  4. Bianca am 28 März, 2008 22:25
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    Hallo an Alle,

    als Frau und Berlinerin habe ich mit der Bundeswehr erst nach der Wende zu tun gehabt. Vorher nur mit den Alliierten. Ich weiß, dass es bei den US Streitkräften die „Medal of Honors“ (bronze, silver, gold)und das Verwundetenabzeichen „Purple Heart“ gibt und ich denke sie haben auch ihre Daseinsberechtigung. Ich frage mich nur ob sie wirklich ein Trost für im normalen wie Kriegsdienst erlittene körperliche wie seelische Verwundungen – und diese werden meines Erachtens nach überall sehr unterschätzt – sind.
    Mein erster Freund war wie Du Steven US Soldat und am Golf 1990/1991. Obwohl wir schon getrennt waren, ist mir diese Zeit der Angst und Alpträume immer noch sehr lebendig und wenn ich zu intensiv dran denke fließen Tränen. Ich denke nicht, dass (wäre ich mit ihm verheiratet gewesen)wenn ihm etwas passiert wäre mir ein Orden über den Verlust hinweg geholfen hätte.
    Auszeichnung für besondere humanitäre Taten im Dienst (auch Kriegsdienst), das schon eher.
    Ich schließe mich dem Blogger vor mir an eine Stunde mit Dir (oder einem anderen Soldaten) und ihm intensiv zuhören, dasein und mit ihm ein Stück Weg gehen ist viel mehr wert.
    Ich gebe zu das mein Beitrag sehr persönlich ist. Ich hoffe ich habe dadurch niemanden verletzt.

    Alles Gute für Dich Steven und die anderen tapferen Männer die den Kopf für uns alle hinhalten.

  5. Alex am 31 März, 2008 15:17
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    Hallo Steven,

    Dein Beitrag zu den Überlegungen das „Eiserne Kreuz“ wieder in Deutschland ein zu führen ist sehr interessant. Allerdings denke ich, dass es dabei nicht nur um den Soldaten als Menschen allein geht. Die öffentliche Verleihung hat auch eine gesellschaftliche Bedeutung und Funktion, die um so größer wird, je größer und länger eine kriegerische Auseinandersetzung wird. Die Ordensverleihung hat dabei auch immer die Funktion den Soldaten psychologisch zu stützen und weiterhin an die Sache des Krieges glauben zu lassen. Das entscheidende bleibt, für was der Krieg geführt wird und ob es sich dafür gegebenenfalls lohnt zu sterben. Sollte jemand nur wegen des Geldes Soldat sein, dann braucht er für seinen Einsatz eigentlich keine öffentliche Motivation in Form eines Ordens. Ich sage eigentlich, weil viele junge Menschen vielleicht nicht abschätzen können was sie für den Sold hergeben müssen. Allerdings wäre es in diesem Fall auch merkwürdig, wenn der Staat anschließend versucht diesen Irrtum mit einem Stück Metall, dass man sich an die Brust heften kann, vergessen machen zu wollen.

  6. Balder2810 am 3 April, 2008 22:56
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    Diese erwähnte Stück Metall kann für einen Soldaten alles bedeuten. Es gibt Situation in die ein Soldat kommen kann in denen ertwas braucht woran er festhalten kann. Wie eine Art Glücksbringer nur mit höherem Charakter. In der Kriegsgefangenschaft wo man Hunger, Kälte, Elend und Not leidet kann dieses Stück Metall die Verbindung zum Volk sein. Zur Heimat, zur Familie und zu allem was daran „Schuld“ ist in der Lage zu sein.

  7. Balder2810 am 3 April, 2008 23:03
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    Es geht bei einer solchen Auszeichnung nicht darum ob man nun etwas geleistet hat was die Weltbevölkerung als gut oder schlecht deklariert. Es geht um die Anerkennung des Soldaten. Egal ob eine Verwundung vorliegt oder eine Tapferkeitmedalie leider nur posthum verliehen kann. Der Soldat wird in dem Fall für seine Tat gewürdigt. Er kann sich nicht unbedingt aussuchen ob nun gute oder schlechte Tat. Vieles wird erst im Laufe der Geschichte beurteilt. Aus manch einem Verräter wird ein Märthyrer.
    Aber wie gesagt es geht um die Beätigung für seine Listung oder für sein Opfer das er im Namen des Volkes erbracht hat.

  8. Bernd Falkenhain am 4 April, 2008 10:31
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    Leider ist es eine ganz komische Entwicklung:
    Wir sind in der Regel nicht unbedingt stolz darauf Soldat sein zu „müssen“! Viele Soldaten auf Zeit sind nach einigen Jahren oder nach manchen Enttäuschungen auch nicht Stolz auf Ihr Soldatentum. Mit der Zeit lässt sich eine regelmäßige Abstumpfung erkennen, diese ist teilweise begründet, teilweise unbegründet und in manchen Situationen abhängig von einzelnen Vorgesetzten.

    Bei „Stolz“ werden auch einige Vorgesetzte schnell nervös, weil diese Angst um Ihren – bildlich gesprochen – Stuhl haben. Hierzu ein simples Beispiel:
    AGA im JgLehrBtl353 (bereits aufgelöst). Nachfrage von meiner Person: „Ist lautes Anzählen beim Marschieren und Gesang erlaubt?“ -> „Nein, das wird nicht gern gesehen!“
    Begründung war auch hier „Stille Post“ denn der KpChef hatte solch eine Anweisung / Befehl nie gegeben.

    Kaum eine Truppengattung nutzt noch die freien Marschgesänge und nur wenige einzelne Einheiten sind „stolz“ auf Ihre Truppengattung oder darauf „Soldat“ zu sein. Oft wird sogar von manchen Dienstgraden peinlich darauf geachtet, dass es eben genau nicht zu einem solchen Stolz kommt. Da fällt man als Dienstgrad oft auf, wenn man Stolz auf Soldatentum ist und stolz darauf einer bestimmten Einheit / Truppengattung anzugehören.

    Auch hier muss ich meinen Vorschreibern Recht geben:
    Wie sollte man „Stolz sein“ vermitteln, auf was soll man stolz sein und wie sollte ich diesen Stolz äußern? In Deutschland ist das Soldatenhandwerk immer noch in der Nische des „Der hat nichts besseres gefunden!“ Status. Gut trainiertes und geübtes Desinteresse am Militär in der Gesellschaft und der Politik unterstützen dieses noch. Unterbezahlte und überforderte Dienstgrade – teilweise nicht immer – fördern diese Situation zusätzlich und die Krone wird dieser Bundeswehr durch eine stetig steigende Spalt zwischen wirklicher finanzieller und materieller Realität und Planung aufgesetzt.

    Es ist traurig genug, dass kein Betrieb einem Reservisten freiwillig freistellt und es von der Bundeswehr billigend in Kauf genommen wird, dass viele der Reservisten Ihren Jahresurlaub aufopfern um Ihren Dienst zu leisten. Denn seit 2007 gibt es keine Verpflichtende Klausel für Firmen bzw. Arbeitgeber mehr bei Einberufung und selbst diese ist durch einen „ausgehöhlten“ Kündigungsschutz banal gewesen.

    Es fehlt aber auch die politische und gesellschaftliche Rückendeckung für einen solchen „gelebten“ Stolz. Hier muss es von der Gesellschaft gelebt und von der Politik vorgemacht werden. In einer Politik die dem eigenen Volk verheimlicht bzw. dieses nicht deutlich vertritt, dass die Bundeswehr in mehr als 5 Bündnissen steht und daher – laut meines Wissens zurzeit 8 – Einsätze fährt, wo soll da Stolz entstehen. Ja es fehlt oft genug schon an Akzeptanz und Anerkennung… von der Empfindung Stolz sind wir in Deutschland noch Lichtjahre entfernt!

    Ich selber habe mich auch zeitweilig geschämt Soldat zu sein. Man kann auch nicht stolz darauf sein, Dienstgrade zu sehen, die Ihre 8 Stunden Dienst durch „Absitzen“ und TTV durch bringen. Das ist sicherlich nicht Standard, aber oft genug die Regel. Da kann ich verstehen das manch ein W9er sich schämt.

    Trotz dieser Argumente bin ich persönlich Stolz darauf was ich bin. Ich zeige es und werde des Öfteren genau aus diesem Grund belächelt!
    Also ist „Stolz“ sein wieder eine Entscheidung im Einzelfall!

  9. Alex am 4 April, 2008 13:22
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    Das ist ein großes Thema und ja – hier wurde schon sehr viel (und meiner Meinung nach) sehr Gutes zu dem Thema gesagt.

    Einige Aspekte, die ich gerne noch hinzufügen möchte, die sich auf die Frage der beziehen, „Dürfen deutsche Soldaten stolz auf ihr Vaterland sein?“:

    Deutschland ist eine Demokratie – wie dieser Staat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entwickelt hat, dafür ist zum einen die Gesellschaft, bzw. die Mitglieder der Gesellschaft und damit im ganz kleinen jeder persönlich verantwortlich (Stichwörter: Ehrenämter, das eigene Wirken und Auftreten im Freundeskreis, der Familie, in der Gesellschaft, auf Arbeit, in der Schule, im Studium, im Dienst…), zum anderen die Regierung. Diese wiederum ist gewählt – und kann bei uns frei und ohne Angst vor Repressionen gewählt werden. Jeder einzelne, der seine Stimme abgibt, beeinflusst dadurch die Zusammensetzung der entsprechenden Gremien und somit, wie dieser Staat, die Länder, die Kommunen, die Universitäten (Asta-Wahlen,…), Gewerkschaften, Vereine,… geführt werden und wie sie die Gesellschaft im Kleinen oder Großen gestalten. Durch das eigene Engagement in der Gesellschaft (und der Politik) und durch die Wahrnehmung des Wahlrechts (aktiv und passiv) kann ich mein Umfeld gestalten. Ich bin nicht völlig damit ausgelastet, mir und meiner Familie das Überleben des heutigen und des morgigen Tags zu sichern. Ich habe diese Möglichkeiten, die viele Menschen auf der Welt nicht haben, und ich bin stolz darauf jeden Tag dazu beizutragen, zu versuchen zu verhindern, dass es eines Tages nicht mehr so ist.

    Auf vielen meiner Reisen wurde ich von der lokalen Bevölkerung gefragt, warum Deutsche nicht stolz auf ihr Land sind. Tja, die Geschichte… das Gegenargument, dass ich immer wieder zu hören bekommen habe „dafür kannst Du nichts. Dafür bist Du nicht verantwortlich und dafür brauchst Du dich nicht zu schämen – deine Verantwortung ist es, daraus zu lernen und zu verhindern, dass so etwas wieder passiert. Weder in deinem Land, noch in einem anderen Land.“ Stimmt. In Deutschland schaffen wir das seit immerhin über 60 Jahren, die Feindschaft mit unseren Nachbarn ist in Freundschaft übergegangen – auch darauf können wir stolz sein. Wir können und sollten aber auch darauf stolz sein, dass wir uns kritisch mit unserer Geschichte auseinandersetzen, daraus gelernt haben und mit Kritik an uns umgehen können.

    Ja, ich denke, deutsche Soldaten können zu Recht stolz auf ihr Vaterland sein, mit der Demut zu wissen, dass sie an vielem einen kleinen Anteil haben, aber etwas pflegen und verteidigen, für dass Generationen vor ihnen den Grundstein gelegt haben und das ohne das persönliche Engagement des einzelnen nicht erhalten werden kann.

    Und zu der hier schon oft angesprochenen Frage, ob Soldaten auf ihren Beruf stolz sein können: ich für meinen Teil sage ja, die meisten meiner Kommilitonen nein. Ähnlich ist das Verhältnis in der Bevölkerung: einige sagen ja, viele sagen nein. Warum? Ich denke, die Welt ist einfach sehr komplex geworden. Früher war es klar, der Soldat verteidigt mein Heimatland an seinen Außengrenzen. Es ist auch noch vermittelbar, dass man sich verbündet und gemeinsam absichert und somit nicht mehr unbedingt die deutschen Außengrenzen verteidigt werden müssen, sondern ggf. die Außengrenzen meiner Partner. Aber warum um alles in der Welt der Hindukusch? Und warum muss man in den Kongo, nach Dschibuti,…? Ich glaube, das internationale System auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber der Mensch sind unendlich komplex und in vielen Aspekten nicht einfach zu verstehen. Warum wir (innerstaatlich) die Polizei brauchen und das Gesetze alleine nicht reichen, für ein friedliches und faires Miteinander zu sorgen, versteht noch ein Großteil der Bevölkerung. Wofür man das Völkerrecht und Soldaten braucht schon deutlich weniger und das Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität, Legitimität, Menschen- und Völkerrechten und der ‚responsibility to protect‘ bringt immer wieder auch die fähigsten Juristen und Analytiker zum Schwitzen. Es ist ein hochkomplexes, sehr schwieriges Thema – um aber den Stellenwert des Berufs Soldat in der Bevölkerung wieder zu erhöhen, müssten die Politik und die Medien sowohl dieses vermitteln aber auch darstellen, dass man bereit sein muss, Opfer zu geben und es (genauso wie im Aufgabenfeld des Polizisten) zu Toten kommen kann. Die (ehrliche) Bereitschaft hierzu darf einen selber mit Stolz erfüllen und sollte von jedem, der dazu nicht bereit ist, mit Anerkennung bedacht werden.

    Ein weiterer Aspekt, der zum negativen Bild des Soldaten in der Gesellschaft beiträgt „bad news are good news“ – wer berichtet schon (und wenn wie lange und wie groß) über erfolgreiche Einsätze von Blauhelmsoldaten, Erfolge in der Krisenprävention? In den Medien sind der Irak, Afghanistan,… und auch von dort kommen (fast) immer nur negative Nachrichten. Vieles ist dort momentan katastrophal, keine Frage, aber es gäbe auch positives zu berichten. Nicht auf den ganzen Staat bezogen, aber auf einzelne Städte, einzelne Aspekte, einzelne Regionen. Die Berichterstattung ist sowohl bezogen auf die Bundeswehr als solche als auch auf die Länder, in denen Soldaten (nicht nur Deutsche) im Einsatz sind, negativ. Woher soll derjenige, der sich mit der Thematik nicht auseinandersetzt ein positives Bild bekommen und nicht der Meinung sein, dass Soldaten (im Besten Falle) umsonst sterben, im schlechtesten Falle eine katastrophale Situation erzeugen oder hinterlassen?

    Zu der Frage der Verleihung des Eisernen Kreuzes:
    Soldaten leisten einen Dienst, der in vielen Bereichen deutlich höhere Anforderungen an die Person stellt als die meisten anderen Berufe. Nicht was die Arbeitsbelastung in Stunden oder die körperliche Belastung anbelangt, aber die psychische.
    Sie entscheiden sich bewußt, die Belastung eines oder mehrere Auslandseinsätze einzugehen und ihr Leben zu riskieren. Sie entscheiden sich auch bewußt dafür, dass die Entscheidung wofür sie kämpfen, nicht in ihren Händen liegt, sondern von der Politik vorgegeben wird. Und sie haben Vertrauen in die deutsche Politik und damit in die deutsche Gesellschaft, dass mit ihrem Leben bewußt umgegangen wird und die deutsche Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik völkerrechtsmäßig, legitim und hilfreich ist. In diesem Bewußtsein verrichten sie tagtäglich ihren Dienst. Dafür sollte – und werden – ihnen entsprechende Anerkennung entgegengebracht werden. Der Gesellschaft fällt dieses jedoch schwer. Leistet ein Soldat außergewöhnliches im Einsatz sollte er entsprechend ausgezeichnet und eine Würdigung seiner Leistung erhalten. Da es sich um eine besondere Leistung handelt, die in einem nicht-alltäglichen Umfeld erbracht wird, sollte es meiner Meinung nach, hierfür eine eigene Würdigung geben.

  10. Thomas Windhöfel am 7 April, 2008 17:11
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    Als ehemaliger Wehrpflichtiger, der durchaus nicht ohne Stolz bereit war, das deutsche Volk und seine freiheitliche Verfassung zu verteidigen, bin ich skeptisch gegen die Einführung einer wie auch immer genannten neuen Form des Eisernen Kreuzes, und zwar aus mehreren Gründen:
    1. Das Eisererne Kreuz ist in seinen Ursprüngen eine preußische Auszeichnung. Gerade nach der unseligen und unnötigen Verlegung der Staatsorgane nach Berlin, aber auch aus allgemeine Erwägungen bin ich gegen eine preußische Staatssymbolik Deutschlands oder auch nur preußische Anklänge in dieser Symboloik. Das heutige Deutschland hat seinen geistigen wie seinen geographischen Schwerpunkt nicht im preußischen Staat von 1813, sondern im ehemeligen Rheinbund-Deutschland, den deutschen Ländern des Westens und Südens. Die preußische Kriegsauszeichnung der Befreiungskriege scheint mir daher schon aus Gründen des richtigen Geschichtsbewußtseins keine angemessene Auszeichnung der gesamtdeutschen Bundeswehr.
    2. Das Eiserne Kreuz ist eine Kriegsauszeichnung, zu allen seinen Stiftungsdaten (1813, 1870, 1914, 1939). Wie immer man zu der Frage steht, ob Deutschland am Hindukusch verteidigt werden muß oder nicht: jedenfalls ist es wohl nicht das richtige Signal, die deutschen Soldaten, die sich dort in der einer oder anderen Weise um den Aufbau Afgahnistans (oder bei anderen Auslandseinsätzen) verdient machen, mit der traditionellen Kriegsauszeichnung zu dekorieren. Das gilt um so mehr, als sich die deutsche politische Führung, gleichgültig wie man das bewertet, eigentliche Kriegseinsätze ja gerade zu vermeiden sucht, wie dies z. B. die Auseinandersetzung um den Einsatz der Bundeswehr im Süden Afghanistans zu vermeiden sucht. Die Verleihung des Eisernen Kreuzes an unsere verdienten Soldaten würde vor diesem Hintergrund unserern Verbündeten geradezu Anlaß zum Spott geben.
    3. Die Bundeswehr hat an ihrem Beginn in ihrer Symbolik und ihrem Formaldienst immer wieder Elemente der Wehrmacht, der Reichswehr und des alten preußischen Heeres verarbeitet. Dies wurde mit der Notwenidgkeit militärischer Traditionsbildung durchaus nachvollziehbar begründet. Sechzig Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes könnte unserem Staat aber durchasu anderes zur Ehrung verdienter Soldaten einfallen als der Rückgriff auf die höchste Kriegsauszeichnung der beiden Weltkriege.

  11. admin am 8 April, 2008 15:37
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    Liebe Freunde,
    Liebe Leser,
    vielen Dank für Euren Besuch auf meinem Blog!
    Ich freue mich auf eure Zahlreichen Beiträge und Kommentare, danke das Ihr so kräftig mitgemacht haben…
    Bald kommt ein neue Thema, ich freue mich weiterhin auf Eure Einträge.
    Viele Grüsse,
    Steven E. Kuhn

  12. Jessy am 9 April, 2008 22:26
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    In Deutschland wird der Stolz auf unser Land wirklich nicht an die große Glocke gehangen. Das wird auch sicherlich noch lange so bleiben.

    Ich bin gerne Soldat, mit Leib und Seele dabei und das gelingt mir z.T. sicherlich auch, weil ich mein Land liebe, weil ich wie so viele meiner (werdenden) Kameraden hier auch, stolz darauf bin, dass wir Werte haben, die ich mit dem Leben zu verteidigen bereit bin!
    Ich persönlich finde, nichts geht über die Freiheit eines Menschen und seine Würde hinaus. Dies schließt die vielen Artikel unseres Grundgesetzes ein, in welchem belegt ist, dass wir ein Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Gewaltenteilung, Religionsfreiheit, Recht auf körperliche Unversehrtheit etc. haben.
    Dies ist NICHTS selbstverständliches!
    Viele Soldaten, die in mehreren Einsätzen waren, wissen das besonders zu schätzen, weil es uns hier wirklich manchmal zu gut geht.

    Aber weil es mir so gut geht und ich auch wünsche, dass es auch anderen Menschen besser geht, die diese Möglichkeiten/ Werte nicht besitzen, habe ich den Weg des Soldatsein gewählt (einer von einigen anderen Gründen), um in diesen Ländern die Möglichkeiten zu schaffen, dass diese Menschen davon profitieren können.

    Ich bin seit 8 Jahren Soldat, ich bin es gerne, ich bereue kein einziges Jahr meiner Dienstzeit, bin froh, Berufssoldat geworden zu sein und freue mich auf die Erfahrungen, die ich noch sammeln darf, sei es die positiven oder die negativen!

    Nicht alles ist eitel Sonnenschein und es gibt viele, die sagen, die Bundeswehr verschlechtere sich und sind deshalb enttäuscht und nicht mehr gerne Soldat (manchmal auch aufgrund der fehlenden Anerkennung), aber es gibt noch genügend Soldaten, die wirklich idealistisch sind, auch wenn es in der Truppe aufgrund der Transformation immer noch zu Friktionen kommt.

    Ich persönlich würde mich als patriotisch bezeichnen…
    in meinem Zug geben wir das auch öffentlich bekannt:

    nicht TOP- SAN

    sondern:
    mit Herz und Hand- fürs Vaterland!

    und dieser Ausruf wurde nicht durch mich vorgegeben, sondern durch „meine“ Jungs und Mädels so ausgesucht…das hat mir deutlich gezeigt, dass ich mit meinem Denken nicht alleine bin und dieser Thread zeigt es auch…

    und da stehe ich voll hinter!

    Um es mit den Worten des letzten Einsatzes zu sagen (noch keinen Monat vorbei):
    wir stehen zusammen- wir fallen zusammen

    und das macht mich stolz!

    ich persönlich brauche kein eisernes Kreuz, aber ich denke, es würde niemanden weh tun, wenn es wieder eine solche Auszeichnung geben würde!

  13. Andre Schmidt am 4 Mai, 2008 23:10
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    Dieses Stück Metall finde ich sehr wichtig und eine gute Idee, Leute die in den Krisengebieten waren haben schon dank ihrer Anwesenheit etwas geleistet! Und welcher Gefahr man dort ausgesetzt ist kann man ja täglich mitverfolgen!

    Man sollte als Soldat seinen Stolz zeigen dürfen und nicht nur als soldat! Leider ist die Angelegenheit des Nationalstolzes in Deutschland immer noch ein schweres zu bewertendes Thema, denn in Verbindung mit unserer schlechten Vergangenheit werden viele Klischess und Vorurteile schnell wieder erweckt.

    Eine Möglichkeit das Selbstbewusstsein in Deutschland wieder zu stärken wäre dann z.B. dieses eisernes Kreuz, ich denke jeder Träger dieser Auszeichnung hat Stolz und zeigt diesen auch viel Selbstbewusster nach außen und steckt Teile der Nation vielleicht mit an.

    Als Fazit würde ich sagen , das dieses Eiserne Kreuz nicht nur den Soldaten gut tun würde, sondern auch der Nation!

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